Anlage zur Chronik des Stammes “Hermann Billung“ (BDP) bzw. „Altai Maral“ (BdP)

Geschichte der Pfadfinderheime unseres Stammes

 

1955

Im Sommer des Jahres erfuhr Stammesführer Schlange (Wolf-Dieter Tempel), dass die Mobil-Oil-Gesellschaft nach dem Bau ihres neuen Bürohauses, ihre alten Büro-Baracken abschaffen wollte.

Wenig später lernte Tarzan (Holger Ruckenberg) im Celler Schwimm-Verein den Architekten Rüdiger Hachtmann kennen, der Interesse an der Pfadfinderarbeit zeigte und seine Hilfe im Hinblick auf ein eigenes Pfadfinderheim anbot. Schlange lädt daraufhin Rüdiger zu einem Elternabend an den Alten Kanal ein. Gleichzeitig bespricht er mit Herrn Narjes (dem Architekten der Mobil-Oil und Vater eines Pfadfinders), ob und wie man an die alten Baracken kommen kann. Er hoffte, dem Stamm mit Hilfe von Herrn Narjes und Rüdiger Hachtmann zu einem eigenen Heim verhelfen zu können. Es dauert allerdings noch dreieinhalb Jahre bis sich in dieser Richtung endlich etwas tut.

 

1959/1960

Rüdiger Hachtmann ist in der Zwischenzeit Mitglied des BDP geworden und ergreift am 1. Oktober die Gelegenheit, ein Grundstück am Altenhägener Kirchweg von Bauer Lettau aus Altenhagen zu pachten. Die Baracke der Mobil-Oil wird kostenlos zur Verfügung gestellt und mit Hilfe befreundeter Firmen wird auf dem Grundstück ein Fundament gegossen und bis Ostern 1960 das neue Heim errichtet. Die Mitglieder des Stammes helfen bei den Ausschachtungsarbeiten, legen einen Graben an, um die Versorgungsleitungen vom Hauptweg zum Haus zu legen, helfen beim Mauern eines massiven Anbaus und kümmern sich um den Innenausbau.

 

1966

Rüdiger ruft einen Förderkreis für das Pfadfinderheim ins Leben. Mitglieder sind ausschließlich ehemalige Pfadfinder des Stammes. Der Förderkreis wird Eigentümer des Hauses und Pächter des Grundstücks, bindet sich aber durch seine Satzung an den Stamm.

 

1967/68

In den sechziger Jahren wird das Heim intensiv durch den Stamm genutzt. Das Haus hat drei Gruppenräume, einen kleinen Schlafraum und eine Küche. Kanalisation gibt es zwar nicht, aber ein „Plumpsklo“ erfüllt seinen Zweck. Schwierigkeiten gibt es hin und wieder beim Beheizen der Räume, da nicht immer ausreichend Brennstoff für die Kohleöfen vorhanden ist und die Öfen oft schwierig anzufeuern sind. Man entschließt sich daher 1967 die ersten Ölöfen anzuschaffen. Darüber hinaus wird das Inventar durch eigene Einbauten und die Anschaffung neuer Möbel verbessert. Die Gruppen des Stammes bekommen jeweils die Verantwortung für einen der Räume. Die Rasenflächen und der Obstbaumbestand des Grundstücks müssen vom Stamm regelmäßig gepflegt werden, da dies eine Maßgabe des Pachtvertrages ist.

 

1969/70

Mit dem Beginn der „Revolution“ im BDP verändert sich auch die Nutzung des Heims. Die Gruppenleiter bzw. die Stammesführung und die Rover beanspruchen jetzt den festen Anbau für sich allein, er wird als „Clubraum“ hergerichtet. Die anderen Räume werden jetzt häufig für Feste und Partys genutzt. Mit sinkender Mitgliederzahl geht allerdings auch die Nutzung und vor allem Instandhaltung zurück. Die Aktivitäten verlagern sich z.T. in den „bookshop“ in der Mauernstraße.

 

 

1970/1971

Mit dem Übertritt des Stammes in den Bund der Pfadfinder (BdP) gehen im Heim einige Renovierungsarbeiten einher. So wird vor allen Dingen der Meutenraum neu gestaltet. Die Auseinandersetzungen im BDP haben allerdings auch Auswirkungen auf den Förderkreis, in dem inzwischen
auch Eltern von Pfadfindern und aktive Pfadfinder Mitglied geworden sind. Die alten und Gründungsmitglieder können sich mit dem Wechsel zum BdP nicht anfreunden und behindern Investitionen und Erneuerungsarbeiten an Haus und Grundstück.

 

1972/73

Bei einem Einbruch wird im Frühjahr Feuer gelegt, und trotz schnellem Eingreifen der Feuerwehr entstehen erhebliche Schäden am Haus, so dass sich die Frage stellt, ob ein Wiederaufbau überhaupt sinnvoll ist. Die Mehrheit des Förderkreises ist nicht gewillt, einen vollen Wiederaufbau oder sogar Ausbau zu finanzieren, obwohl die finanziellen Mittel vorhanden sind. Man einigt sich mit dem Stamm auf eine Teil-Restaurierung und die Prüfung der Möglichkeiten für einen Neubau. Hierzu werden Anfragen beim Bauamt der Stadt Celle gestellt. Dadurch wird bekannt, dass die Planung für die Trasse der Ostumgehung der Stadt Heim und Grundstück mit einschließen und daher jegliche Baugenehmigung ausgeschlossen ist. Auch eine vom DRK zur Verfügung gestellte Baracke, die der Stamm an der Fundumstraße abreißt und zum Heimgelände transportiert, darf nicht errichtet werden. Das Vermögen des Förderkreises ist aber durch Versicherungsleistungen inzwischen so angewachsen, dass, wenn man nicht die Gemeinnützigkeit gefährden wollte, in ein Pfadfinderheim investiert werden musste. So begann Gerd (Gerd Röpke) für den Stamm nach Alternativen zu suchen und Gespräche mit Jugendpfleger, Liegenschaftsamt und Grundstückseigentümern zu führen, um später dem Förderkreis einen Vorschlag machen zu können.

 

Durch den schlechten baulichen Zustand des Hauses kommt es schließlich im Februar 1973 zu einem erneuten Einbruch mit Brandstiftung. Der Schaden ist diesmal noch größer als beim ersten mal und eine weitere Nutzung des Hauses scheint unmöglich. Der Stamm zieht daher um in den leerstehenden Kuhstall von Bauer Lettau. Auf eine Initiative von Koko (Hans-Dieter Klemmstein) bewilligt der Förderkreis Mittel zur notdürftigen Wiederherstellung des Meutenraumes.

 

Bei einem Gespräch mit Jugendpfleger Bernd Nitsche erwähnt Gerd, dass er in der Tangentenschleife an der Nienburger Straße ein Grundstück mit Gebäude entdeckt habe, dass für die Zwecke der Pfadfinder ideal wäre und ob die Möglichkeit bestünde hierzu die Eigentumsverhältnisse zu klären. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Liegenschaft der Stadt Celle handelte, die als Behelfsunterkunft des Sozialamtes genutzt wurde. Bernd Nitsche versprach beim zuständigen Stadtrat Grüner anzufragen, ob eine Nutzungsänderung möglich wäre.

 

1974/75

Mit Hilfe von Bernd Nitsche wurde der Wunsch der Pfadfinder nach einer neuen Bleibe den zuständigen Gremien der Stadt vorgetragen und als Gerds Mutter, die inzwischen Vorsitzende des Förderkreises war, Oberbürgermeister Hörstmann für das Projekt interessieren konnte, kam ein positiver Beschluss der Stadtverwaltung zustande, den Pfadfindern Haus und Grundstück an der Nienburger Straße zur Verfügung zu stellen, allerdings unter der Voraussetzung, dass man den Bewohnern eine neue Wohnung zuweisen konnte.

Trotz des Engagements von Frau Röpke verhielt sich die Mehrheit des Förderkreises noch abwartend und konnte sich nicht entschließen, den Stamm bei seinem Vorhaben zu unterstützen.

Erst als durch die gemeinsame Initiative von Herrn Jürgen Rehl, Frau Röpke, einigen Eltern und den aktiven Pfadfindern die Mehrheitsverhältnisse im Förderkreis gekippt werden konnten, gelang es Mittel für das Projekt an der Nienburger Straße freizumachen und so auch der Stadt Celle neben einer finanziellen Beteiligung einen rechtsverbindlichen Vertragspartner anzubieten. Damit war der Weg frei für einen Nutzungsvertrag zwischen Förderkreis und Stadt Celle, der bis heute Bestand hat.

 

1976

Im Beisein von OB Hörstmann, dem Bundesvorsitzenden des BdP Helmut Jung, dem Landesvorsitzenden Frank Helmut Zaddach, dem Stadtjugendpfleger Bernd Nitsche, vieler Eltern und natürlich den Mitgliedern des Stammes wurden am 12. Mai die Schlüssel für das „Haus der Pfadfinder“ offiziell übergeben. Nach einer nur viermonatigen Umbauphase, die von Koko geleitet wurde, standen dem Stamm jetzt fünf Gruppenräume, ein Bad, zwei Toiletten und eine Küche zur Verfügung. Darüber hinaus bot das z. T. bewaldete Gelände Platz für Zeltlager und Spielaktivitäten. Der Förderkreis kündigte den Pachtvertrag des Grundstücks am Altenhägener Kirchweg und änderte seine Satzung zu Gunsten der Förderung des neuen Hauses und der allgemeinen Pfadfinderarbeit des Stammes.

 

[Gerd Röpke, Amsterdam, 2000]

 

 

Der Brand 1997 – durch Brandstiftung ist das Stammesheim bis auf die Grundmauern abgebrannt.
Durch den enormen Arbeitseinsatz der Stammesmitglieder und vieler Helfer wurde das Gebäude wieder aufgebaut.

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