Im Sommer 2015 reisten einige Mitglieder der 1st Castlerock Scoutgroup im Rahmen ihres „Explorerbelts“ durch Deutschland. Auf ihrer Tour lernten sie den Stamm Altai Maral Celle und seine Mitglieder kennen. Um diese Freundschaft zu stärken und die nordirischen Pfadfinder besser kennen zu lernen machten wir uns mit unserem Stamm Altai Maral aus Celle zusammen mit dem Stamm Ordensritter aus Bovenden auf den Weg nach Nordirland.

 

Nach knapp 32 Stunden Busfahrt waren wir alle sehr froh uns in dem wunderschönen Ort Castlerock an der nordirischen Küste erstmal ordentlich die Beine vertreten zu können. Schon während dieser kurzen Freizeit zum Erkunden der Gegend wurde allen klar, dass dieses Reiseziel mit den langen Stränden und den steilen Klippen ein totaler Glücksgriff war. Spätestens als wir dann abends auch noch die Gastgeber kennen lernen durften, die uns einen ersten Vorgeschmack auf die unvergleichbare nordirische Gastfreundschaft gaben, fühlte sich hier jeder der 33 Teilnehmer*innen wie Zuhause.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon für meinen Stamm Altai Maral und Stamm Ordensritter auf Hajk ( Wandern ), mit dem Ziel, das Land und seine Leute näher kennen zu lernen. Stamm Altai Maral wanderte dafür durch Nordirland und die Ordensritter machten einen Abstecher nach Irland. Auf dem Hajk lernten wir die sehr freundliche und hilfsbereite Seite der Nord-/Iren weiter zu schätzen, die unsere Wanderungen immer wieder mit selbstlosen Hilfestellungen bereicherten. Gleichzeitig kamen wir bei unseren Touren aber auch an unzähligen wunderschönen Landschaften vorbei, die uns allen noch lange positiv im Gedächtnis bleiben werden.

 

Wir wurden von einigen Nordiren freundlich aufgenommen und durften teilweise die Nächte in ihren privaten Gärten und auch das ein oder andere mal in dem Stammesheim der Örtlichen Gruppe verbringen.

Als sich alle Gruppen nach dem Hajk im Pfadfinderheim von Castlerock wieder eingefunden hatten, war noch genügend Zeit sich zu waschen und von den Erlebnissen zu erzählen, bevor es am nächsten Morgen weiter zum Lagerplatz ging. Zusammen mit den Gastgebern zogen wir dann auf die etwas außerhalb gelegenen Zeltwiese um und bauten gemeinsam unseren Lagerplatz für die restliche Zeit auf. Neben unseren klassischen Schwarzzelten, sorgten die irischen Zelte für ein buntes durchmischtes Lagerbild. Bei einem gemeinsamen Jurtenabend konnten wir dann die Nordiren in unsere Zelt- und Singekultur einweihen.

Am nächsten Tag machten wir uns dann nach dem Frühstück gemeinsam mit der Bahn auf den Weg nach Derry. Bei einer spannenden Stadtrallye hatten die Teilnehmer*innen dort die Gelegenheit, die aus dem Nordirlandkonflikt bekannt gewordene Stadt Derry kennen zu lernen. Im Anschluss gab es aber natürlich auch noch etwas Freizeit vor Ort. Als wir uns später wieder auf dem Lagerplatz eingefunden hatten, wurde für uns zur Begrüßung ein Grillfest von den Nordiren gefeiert, bei dem wir den ganzen Abend kulinarisch mit Salaten, Vorspeisen, Gegrilltem und verschiedensten Nachtischen verwöhnt wurden. Zu diesem Event wurden auch viele Pfadfinder aus den benachbarten Pfadfinderstämmen eingeladen und den ganzen Abend herrschte eine tolle Stimmung. Die Teilnehmer*innen spielten gemeinsam und die Gruppenleiter tauschten sich über die verschiedenen Ausbildungssysteme, Traditionen und Stammesstrukturen aus.

Mit mehreren Minibussen ging es dann am nächsten Morgen zu den „Marble Arche Caves“, einem großen unterirdischen Höhlensystem. In zwei gemischten Gruppen bekamen wir dort Führungen durch die Höhle und waren vom Ausmaß und der Besonderheit der Höhle sehr beeindruckt. Am Abend gab es nach dem gemeinsamen Abendessen noch eine Knicklichtolympiade bei der sich die Teilnehmer*innen in verschiedensten Disziplinen, wie z.B. Kegeln oder Knicklichter angeln miteinander messen konnten.

Nach den bisherigen spannungsreichen Tagen, ging es dann am Dienstag direkt mit einem weiteren Highlight weiter: unter unseren Gastgebern gab es Segellehrer, die uns einen kleinen Segelkurs im benachbarten Ort Portrush ermöglichten. Also ging es für uns mit der Bahn nach Portrush, wo wir uns beim dortigen Segelclub in der Bucht bei etwas Wind mit den Grundlagen des Segelns vertraut gemacht durften. Gegen Abend kehrten wir nach Castlerock zurück und lernten die nordirische Sportart des „Bowls“ kennen. Auf Grund des Wetters mussten wir zwar untypischerweise in der Halle spielen, aber auch drinnen konnten uns die Gastgeber gut mit dem Werfen der ovalen Bowlingkugel vertraut machen. Nach einem abendlichen kurzen Fußmarsch erreichten wir dann auch wieder unseren Lagerplatz.

Am letzten gemeinsamen Tag mussten wir dann vormittags auch schon wieder mit dem Abbau des Lagers beginnen und anschließend mit allem Material zurück in das Stammesheim, der „Peter Thomson Hall“ umziehen. Auch wenn wir mit vielen sonnigen Tagen sehr viel Glück mit dem irischen Wetter hatten, so wurde leider vor dem Abbau noch einmal unser gesamte Material nass und musste notdürftig getrocknet werden. Den Nachmittag über erkundeten die Teilnehmer*innen dann zum Abschied in Kleingruppen das beschauliche Castlerock und suchten mit Hilfe des „Tauschspieles“ noch ein letztes Mal den Kontakt zu den freundlichen Einwohnern. Die tolle gemeinsame Zeit wurde dann mit einem stimmungsvollen gemeinsamen Abschlussabend gefeiert, in dem noch einmal die traditionellen Lieder und Spiele der beiden Pfadfindergruppen ausgetauscht wurden. Das Highlight des Abends war dann der Austausch von Halstüchern und Knoten im Fackelschein am Strand, wobei wir die Gelegenheit hatten uns für die großartige Gastfreundschaft zu bedanken.

Nach weiteren 36 Stunden Busfahrt kamen alle 33 Teilnehmer*innen wieder glücklich in Deutschland an. Bereits jetzt stehen aber auch schon die ersten Pläne für ein nächstes Treffen im Raum. So überlegen wir beispielsweise ein weiteres gemeinsames Lager auf dem Bundeslager 2017 oder auf dem irischen Jamboree 2017 umzusetzen.

 

Gut Pfad,

Leon

Stamm Ordensritter Bovenden

 

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